04. Juli 2017 - Manfred Jag

 

Schraubverschluss? Naturkork? Granulat? Zwei-Scheiben-Kork? Kunststoffkork?

Gibt es den optimalen Weinverschluss?

So unterschiedlich die verschiedenen Weinsorten sind, so unterschiedlich ist auch die Form, mit welcher der edle Tropfen verschlossen wird. Immer wieder kommt unter Weinkennern die Diskussion auf, welche Verschlussart den Wein am besten schützen kann.

Unstrittig ist, dass die Art des Verschlusses den Geschmack des Weines beeinflusst. Je nach Qualitätsanspruch muss zwischen den unterschiedlichen Verschlussmethoden Longcap, Kork mit Schrumpfkapsel, MCA oder Kunststoffkorken entschieden werden.

Mehr und mehr verliert der Naturkorken an Bedeutung. Trotzdem erfüllt er noch immer viele wichtige Kriterien, die ein optimaler Weinverschluss haben muss. Der oft erwähnte Korkgeschmack eines Weines kommt in der Realität sehr selten vor.

Beim Kunststoffkork gibt es keine Geschmacksbeeinträchtigung und der Konsument  muss nicht auf das „Entkorkungsritual“ verzichten. Allerdings ist hier zu beachten, dass aufgrund des möglichen Sauerstoffeintritts dieser nur für Weine mit einer kurzen Lagerzeit geeignet ist.

Der Schraubverschluss aus Aluminium ist weiter im Vormarsch und avisiert zu einer echten Alternative. Er erfüllt alle wichtigen Kriterien, um den Wein möglichst lange und ohne Qualitätsverlust zu lagern. Das negative Image des Schraubverschlusses beim Konsumenten besteht völlig zu unrecht. Denn die Kappe aus Aluminium mit Einlage ist luftdurchlässig und dennoch reaktionsträge, was eine lange Lebensdauer ohne Qualitätsverlust gewährleistet.

Fazit: Aktuell zeichnet sich der Schraubverschluss bei immer mehr Winzern als einfach zu handhabende Alternative zum Naturkorken ab. Gerade bei Weißweinen kommen fast nur noch Longcaps vor. Zudem bietet Aluminium dem Marketing viele Möglichkeiten zur optischen Aufwertung. Im Gegenzug bleibt der Naturkork für hochwertige Weine mit langer Lagerzeit unangetastet die Nummer 1. Der Trend ist klar. Allerdings hat jede Verschlussart ihre Daseinsberechtigung. Wer die Nase vorne hat, wird wohl eher eine Frage der Ästhetik,  der Kundenakzeptanz, des Preises, der langjährigen Erfahrung der Kellermeister und der natürlichen Ressourcen bleiben.

Eine aktuelle Fallstudie zu diesem Thema finden Sie unter: www.huber-einkauf.at/fallstudien/